Gülle separieren lohnt sich

Maschinenring Ulm-Heidenheim organisierte eine Vorführung über die Separation von Gülle.

Das Interesse der Landwirte ist da, doch die Technik ist wenig bekannt«, erklärte Joachim Hilt, Geschäftsführer des Maschinenrings Ulm-Heidenheim. Aus diesem Grund organisierte der Ring eine Vorführung zur Gülleseparierung auf dem Betrieb von Günter Schiele in Rammingen bei Langenau. Schiele selbst hat seit gut einem Jahr eine mobile Separation im Einsatz und übernimmt damit auch Lohnarbeiten. Auf dem Betrieb werden 95 Milchkühe plus Nachzucht gehalten. Schon seit einigen Jahren lässt Günter

Schiele seine Gülle separieren, also die Feststoffe herauspressen. Dies ist notwendig, da er einige Flächen im Wasserschutzgebiet bewirtschaftet, auf denen eine Gülleausbringung nicht erlaubt ist. Stallmist oder auch die festen Bestandteile nach der Separation dürfen allerdings ausgebracht werden. Da Schiele immer auf Lohnunternehmer mit dieser Technik angewiesen war, entschloss er sich nach längerem Überlegen für eine Investition in eine mobile Gülleseparierung. Das Gerät ist auf einem Autoanhänger montiert und kann so schnell zum Einsatzort gefahren werden und ist in wenigen Minuten einsatzbereit.

Die Technik ist relativ einfach erklärt: eine Exzenterschneckenpumpe fördert die Gülle aus dem Behälter in die Separator-Einheit. Dort wird die Gülle durch ein Lochsieb gedrückt – dabei werden die festen von den flüssigen Bestandteilen getrennt. Die Feststoffe gelangen über eine Schnecke auf ein Förderband und können im Freien gelagert werden. Der Trockensubstanzgehalt liegt dann bei 15 bis 30 %. Die Dünn-Gülle wird wieder in die Güllegrube geleitet, bzw. in eine zweite. Betrieben wir die 8-kWAnlage mit Strom, ein 32-Ampere-Anschluss reicht aus. Damit die Arbeit reibungslos funktioniert, muss die Gülle gut homogenisiert sein. Es schadet auch nicht, die Grube zwischendurch aufzurühren, so Schiele.

Viele Vorteile Für Günter Schiele hat die Separation der Gülle viele Vorteile. »Da die Feststoffe aus der Gülle entfernt werden steht uns mehr Lagerkapazität in den Gruben zur Verfügung. Dies kann je nach Ausgangsmaterial mitunter 15 bis 25 % ausmachen«, so der Landwirt. Die Feststoffe können ohne weiteres draußen auf einer Platte gelagert werden. Schiele nutzt den Feststoff als hochwertigen Dünger für die Flächen im Wasserschutzgebiet.  Das Material

kann sogar als Einstreumaterial für die Tiefboxen im Stall verwendet werden, was laut Erfahrungen des Landwirts bedenkenlos möglich ist. In seiner Herde konnte er sogar eine Senkung des Milchzellgehalts auf 80000 feststellen. Der flüssige Bestandteil ist zudem ein guter Dünger und besonders für die Ausbringung mittels Schleppschlauch oder -schuh geeignet. »Die Gülle riecht weniger und hinterlässt auch keine Rückstände auf den Pflanzen. Aus diesem Grund wird das Zeitfenster für die Ausbringung der Gülle größer«, so Schiele weiter. Da die separierte Gülle

viel dünner ist, fließt sie auch besser ab und kann schneller vom Boden aufgenommen werden. Schiele geht davon aus, dass durch diesen Effekt weniger Stickstoff in die Luft freigesetzt wird und er sich dadurch Mineraldünger einsparen kann. »Alles in allem zahlt sich die Investition aus«, erklärt der Landwirt. Auch viele Berufskollegen schätzen die Gülleseparierung, was sich am großen Interesse am Lohnbetrieb der Anlage zeigt. So hat Schiele sogar Kunden bis aus dem Allgäu, die seine Dienste in Anspruch nehmen. Andreas Hummel

Quelle: Allgäuer Bauernblatt

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